der vom SPD Ortsverein Stendal initiierte Bürgerentscheid findet
nun endlich am 15. Juli 2012 statt! Es ist ärgerlich, dass seit dem
Ratsbeschluss, der eine Ausnahme für die Ansiedlung eines NETTO-Marktes in
einem städtebaulich für Marktansiedlung gesperrten Bereich ermöglichen soll, neun
Monate vergehen mussten. Für diese Verschleppung der Entscheidung sind aber
nicht wir zuständig. Sie ist auch nicht mit Terminvorgaben aus der
Gemeindeordnung zu begründen.
Alleinige Ursache für die unnötig lange
Zeitspanne ist das unentschlossene und taktierende Handeln unseres
Oberbürgermeisters! Warum lässt er sich von den Netto-Anwälten so beeindrucken?
Warum misstraut er der Fachkompetenz seines Rechtsamtes? Warum steht er nicht
standhaft zu seiner Anfangsüberzeugung, dass eine Einzelhandelsmarktansiedlung
an dem strittigen Platz schädlich für die Umsetzung des Einzelhandelskonzeptes
ist? Warum lässt er sich von der CDU-Fraktion unter Druck setzen und nimmt sein
Veto-Recht gegen einen rechtlich nicht zulässigen Ratsbeschluss nicht wahr? Warum
verzichtet er auf das Bekenntnis einer eigenen Meinung und laviert sich mit
Stimmenthaltung durch alle Abstimmungen?
Die kritischen Fragen gehen natürlich auch in
Richtung der Fraktionen von CDU und FDP im Stendaler Stadtrat. Sie haben nach
dem überzeugenden Votum der Unterschriftensammlung eine erneute sachliche
Befassung mit der strittigen Fragestellung im Rat abgelehnt. Sie waren zu
stolz, ihre eigene Meinung vor den Argumenten der Bürger, die in der
Unterschriftensammlung deutlich wurden, noch einmal öffentlich auf den
Prüfstand zu stellen. Scheinheilig hoffen sie auf den Misserfolg des
Bürgerentscheides, weil bei zu geringer Wahlbeteiligung die Hürden für einen
erfolgreichen Bürgerentscheid vielleicht nicht zu schaffen ist. Andererseits
stimmen sie aber der Verlängerung der Veränderungssperre gegen „wilde“ Ansiedlungen
mit genau den Argumenten zu, die sie bei der Diskussion um den
Bürgerentscheides nicht akzeptierten.
Es gibt also gute Gründe, dass die Bürger der
Hansestadt Stendal jetzt ihre Möglichkeit nutzen, selber und direkt eine
Sachfrage für die Kommunalpolitik zu entscheiden.
Ein JA beim
Bürgerentscheid ist die richtige Antwort, um sachlich vernünftig für die
Stadtentwicklung zu entscheiden.
Ein JA beim Bürgerentscheid ist eine Abfuhr für die
Arroganz der Macht, die durch das Verhalten, vor allem der CDU-Fraktion,
demonstriert wird.
Reinhard Weis Vorsitzender des SPD Ortsvereines Stendal